{"id":9415,"date":"2019-04-30T11:06:35","date_gmt":"2019-04-30T09:06:35","guid":{"rendered":"https:\/\/dorfgemeinschaft-stetten.de\/?page_id=9415"},"modified":"2019-05-01T21:20:10","modified_gmt":"2019-05-01T19:20:10","slug":"dorfgeschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/dorfgemeinschaft-stetten.de\/?page_id=9415","title":{"rendered":"Dorfgeschichte"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\r\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aus der Geschichte des Dorfes Stetten\/Hohentengen<\/h2>\r\n\r\n<p><strong>Stetten wird gem\u00e4\u00df alten Chroniken im Jahre 1086 als \u201eStettin\u201c erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Obwohl hier\u00fcber keine schriftlichen Nachweise bestehen, kann aufgrund von Bodenfunden davon ausgegangen werden, dass der Ort bereits im 6. Jahrhundert, in der Zeit der alemannischen Landnahme, existierte. Die Reste von Keltenw\u00e4llen im Gewann \u201eUnterm B\u00fchl\u201c deuten gar darauf hin, dass die Besiedlung am S\u00fcdfu\u00df des \u201eKalten Wangen\u201c, der heutigen Orte Stetten und G\u00fcnzgen, bereits wesentlich fr\u00fcher stattgefunden hat. <\/strong><\/p>\r\n\r\n<p>Stetten war geschichtlich \u00fcber Jahrhunderte mit der Landschaft Klettgau &#8211; gelegen zwischen Rhein, Wutach und dem H\u00f6henzug Randen &#8211; sehr eng verbunden. Bis zum Jahre 1308 bestimmten verschiedene Herrschergeschlechter und vor allem das Kloster Rheinau das Geschehen im Klettgau. Um das Jahr 1308 ist erstmals die Rede von einem Landgraf Habsburg-Laufenburg, welcher u.a. auch \u00fcber den Klettgau herrschte. Im Jahre 1408 heiratete eine Erbin des Hauses Habsburg-Laufenburg einen Grafen von Sulz. Die Grafen von Sulz nahmen ihren Sitz in Tiengen. Sie waren neben dem Bischof von Konstanz weitgehend die alleinigen Herrscher des Klettgaus. Ein dauernder Erhalt ihres Machtbereiches im heutigen schweizerischen Klettgau gelang ihnen jedoch nicht. So mussten die Sulzer zwischen 1525 und 1656 in Geldn\u00f6ten das Rafzerfeld, bestehend aus den Gemeinden Wasterkingen, Rafz, Wil, H\u00fcntwangen, Buchenloo und Nohl zum Kaufpreis von 4\u2018700 Gulden an die Stadt Z\u00fcrich verkaufen. Am 21. Juni 1656 verkauften die Sulzer die \u00fcbrigen Gemeinden des schweizerischen Klettgaus zum Preis von Fr. 50\u2018600.\u2014 an die Stadt Schaffhausen.<\/p>\r\n\r\n<p>Die Gemeinden des fr\u00fcheren Zollausschlussgebietes wurden interessanterweise nicht abgegeben. Die Grafen wollten wahrscheinlich die dort bestehenden Handelswege kontrollieren und sich damit auch die anfallenden Zolleinnahmen sichern. In einer Urkunde von 1548 wird nach Krieger berichtet: \u201eHainrich Meyer, vogt zue Stetten, ist zu gericht gesessen anstatt und innamen Wilhalmen, Rudolphen und Alwigen gepruedern graven zu Sultz und landtgraven im Cleggoew\u201c.<\/p>\r\n\r\n<p>Im Laufe der Jahrhunderte hatte Stetten wiederholt unter Kriegen zu leiden. Von der allgemeinen Emp\u00f6rung \u00fcber die dr\u00fcckende Herrschaft des Grafen Rudolf von Sulz wurden im Bauernkrieg 1525 auch die Bauern von Stetten und G\u00fcnzgen erfasst. Nachdem sie jedoch eine vernichtende Niederlage beim Friedhof in Gei\u00dflingen erlitten, baten die B\u00fcrger von Kaiserstuhl um Schonung ihrer Pfarrgenossen. Ihr Bitten war vergeblich und ein gnadenloses Strafgericht des Grafen von Sulz erging \u00fcber die Bauern. Auch w\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges wurden die Orte in den Jahren 1633 und 1634 schwer heimgesucht. Bei einem Treffen in Lottstetten kamen viele &#8211; zum Teil auf grausame Art und Weise &#8211; ums Leben. 1635 brach in Stetten die Pest aus und raffte fast die H\u00e4lfte der Einwohner des Dorfes hinweg. Nach 1687 ging die Landgrafschaft Klettgau und damit Stetten wiederum durch Heirat in die Herrschaft der Schwarzenberger \u00fcber. Sie hielten sich verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig selten im Klettgau auf, denn sie besa\u00dfen gr\u00f6ssere Besitzt\u00fcmer in B\u00f6hmen und standen in kaiserlichen Diensten. Damit in der Grafschaft Ordnung herrschte und eine wirtschaftliche Entwicklung m\u00f6glich war, erlie\u00dfen sie im Jahre 1729 eine Zunft- und Gerichtsordnung.<\/p>\r\n\r\n<p>Das Gebiet wurde in zwei \u00c4mter, Jestetten und Tiengen, mit jeweils einem Oberamtmann eingeteilt. H\u00f6hepunkt des wirtschaftlichen Lebens waren die Jahrm\u00e4rkte. In den D\u00f6rfern wurden V\u00f6gte eingesetzt, die der Aufsicht der f\u00fcrstlichen Beamtenschaft unterstanden. In Friedenszeiten durfte jeder Stand sein Milit\u00e4r zur Bewachung des eigenen Landes &#8211; als Gendarmerie &#8211; verwenden. Nur in Kriegszeiten wurde die bewaffnete Macht in Kreisregimenten zusammengeschlossen.<\/p>\r\n\r\n<p>Ein w\u00fcrdiger Vertreter der Schwarzenberger war Landesf\u00fcrst Johann I. Er hob 1780 die Leibeigenschaft im Klettgau auf.<\/p>\r\n\r\n<p>Die jahrhundertelange Herrschaft der Sulzer und Schwarzenberger im Klettgau kommt auch im Wappen von Stetten, welches im Jahre 1906 eingef\u00fchrt wurde, zum Ausdruck:<\/p>\r\n\r\n<p>In geteiltem Schild oben in Silber drei aufsteigende rote Spitzen (Wappen der Grafen zu Sulz), unten von Silber und Blau siebenmal gespalten (Wappen der Schwarzenberger)<\/p>\r\n\r\n<p>Dass die Stettener f\u00fcr die Not ihrer Nachbarn ein offenes Herz und eine offene Hand hatten, beweist ein Eintrag vom Jahre 1790 im Lienheimer Dorfbuch: Auf Bitten der von einem schweren Hagelwetter heimgesuchten Gemeinde Lienheim spendete Stetten zur Linderung der Not 20 Viertel Veesen (Weizenart), wie Vogt Andreas Meyer von Stetten &#8211; vermutlich ein Nachfahre des 1548 genannten Vogts Heinrich Meyer &#8211; am 17. Herbstmonat 1789 best\u00e4tigte.<\/p>\r\n\r\n<p>Lienheim erhielt damals als \u201emilde Beisteuer\u201c 460 Muth Veesen, 64 Muth Roggen und 392 Gulden. Das Ende der Schwarzenbergischen Herrschaft kam mit den napoleonischen Kriegen und dem Rheinbund 1806. Der Klettgau war wiederholt Kriegsschauplatz. F\u00fcrst Joseph II., der sich nicht entschlie\u00dfen konnte, dem Rheinbund beizutreten bzw. sich Napoleon unterzuordnen, verkaufte die Grafschaft Klettgau am 19. Juli 1812 an den badischen Hof. Alles in allem betrug der Kaufpreis 664&#8217;850 Gulden.<\/p>\r\n\r\n<p>Mehr als ein halbes Jahrtausend hatten die Landgrafen aus dem Hause Habsburg, Sulz und Schwarzenberg die Heimat am Hochrhein beherrscht. Die Zeit des letzten regierenden F\u00fcrsten hatte dem Land schweres Kriegsleid gebracht. Ein verarmtes Land wurde dem badischen Staat \u00fcbergeben.<\/p>\r\n\r\n<p>Mit der staatlichen Neuordnung und Zuordnung zum Gro\u00dfherzogtum Baden ging auch eine Neuordnung im kirchlichen Bereich einher, ebenso die Einf\u00fchrung der obligatorischen Schulpflicht.<\/p>\r\n\r\n<p>Im 1. Weltkrieg (1914-1918) und im 2. Weltkrieg (1939-1945) mu\u00dfte Stetten gro\u00dfe Blutopfer bringen und hatte insgesamt 12 Gefallene und 6 Vermisste zu beklagen. Nach dem II. Weltkrieg wurde ein Zug franz\u00f6sischer Soldaten bis 1946 in G\u00fcnzgen einquartiert. Nun bekam die Bev\u00f6lkerung die Belastung des verlorenen Krieges zu sp\u00fcren. Alle Waffen, Motorr\u00e4der und Radios wurden beschlagnahmt. Die Gemeinde musste f\u00fcr die Versorgung mit Brennholz und eine ausreichende Ern\u00e4hrung sorgen.<\/p>\r\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_media_grid element_width=&#8221;6&#8243; item=&#8221;basicGrid_NoAnimation&#8221; initial_loading_animation=&#8221;bounce&#8221; grid_id=&#8221;vc_gid:1556735820770-2c45002c-da09-1&#8243; include=&#8221;9545,9538&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]<\/p>\r\n<p>Nach dem 2. Weltkrieg &#8211; jedoch noch vor der sogenannten \u201eGemeindereform\u201c im Jahr 1975 &#8211; wurden in Stetten mehrere gro\u00dfe Bauma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt, u.a. der Neubau des Schulhauses, des Mehrzweckhauses und des Wasserhochbeh\u00e4lters sowie die Sanierung der Wasserversorgung.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->Letzter B\u00fcrgermeister der Gemeinde Stetten war von 1945- 1975 Herr Otto Meier, welcher in dieser Zeit als Vertreter des Rheintals und des landwirtschaftlichen Berufsstandes auch dem Kreisrat des Landkreises Waldshut angeh\u00f6rte und sich hierbei gro\u00dfe Verdienste erwarb.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->Im Jahre 1934 kam die bis dahin selbstst\u00e4ndige Gemeinde G\u00fcnzgen, die bereits mit Stetten einen gemeinsamen Schulverband bildete, zur Gemeinde Stetten hinzu. Im Zuge der Gemeindereform des Landes Baden-W\u00fcrttemberg im Jahre 1975 wurde die Gemeinde Stetten &#8211; gegen den Willen des Gro\u00dfteils der Bev\u00f6lkerung &#8211; mit den Gemeinden Berg\u00f6schingen, Hohentengen und Lienheim zur neuen Gemeinde Hohentengen am Hochrhein zusammengeschlossen.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->Seit Sommer 1996 erstrahlte Stetten in neuem Glanz, da der Ortskern im Rahmen des Dorfentwicklungsplanes fertig gestellt wurde. Auch konnten sich die Stettenerinnen und Stettener \u00fcber eine fast vollst\u00e4ndige Sanierung der Landesstra\u00dfe L 161 a mit verkehrsberuhigender Ortsumfahrung freuen.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->In den letzten Jahren konnte das alte Schulhaus teilsaniert, ein neues Nutzungskonzept erstellt und R\u00e4ume f\u00fcr die Feuerwehrabteilung Stetten gefunden werden. Der Musikverein Stetten-Berg\u00f6schingen erbaute sich mit Unterst\u00fctzung der Gemeinde sein eigenes Vereinsheim und Probelokal.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->Ganz aktuell wurden die Einwohner von Stetten mit der modernsten Infrastruktur f\u00fcr moderne Kommunikationstechnologie versorgt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Stromversorgung modernisiert und damit die Versorgungssicherheit enorm erh\u00f6ht.<\/p>\r\n<!-- \/wp:paragraph -->\r\n<p><!-- wp:paragraph -->Stetten ist aber auch weiterhin von der Landwirtschaft gepr\u00e4gt. Daneben bestehen sechs Gewerbebetriebe und eine Gastwirtschaft. Viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gehen ihrem Verdienst in Nachbarorten und in der Schweiz nach. Stetten z\u00e4hlt heute xxx Einwohner In der Gesamtgemeinde Hohentengen a.H. leben xxx Einwohner.<\/p>\r\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text] Aus der Geschichte des Dorfes Stetten\/Hohentengen Stetten wird gem\u00e4\u00df alten Chroniken im Jahre 1086 als \u201eStettin\u201c erstmals urkundlich erw\u00e4hnt. Obwohl hier\u00fcber keine schriftlichen Nachweise bestehen, kann aufgrund von Bodenfunden davon ausgegangen werden, dass der Ort bereits im 6. Jahrhundert, in der Zeit der alemannischen Landnahme, existierte. 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